Wie man sich gegen Hackerangriffe schützt

Wie man sich gegen Hackerangriffe schützt

Erst vor wenigen Wochen sorgte die Schadsoftware WannaCry weltweit für Schlagzeilen und machte deutlich: Gegen Hackerangriffe ist niemand ganz geschützt. Es lässt sich aber eine Menge tun, um den Ärger so gering wie möglich zu halten. Wir haben die wichtigsten Maßnahmen, von der Binsenweisheit bis zum Geheimtipp, einmal zusammengestellt.

Was bei Passwörtern zu beachten ist

Sichere Passwörter wählen. Eigentlich weiß jeder, dass ein vergleichsweise sicheres Passwort Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen enthalten sollte, und am besten keine konkrete Bedeutung. Das beliebteste Passwort 2016 aber war „hallo“, gefolgt von „passwort“. Auch international sehr beliebt sind „123456“ oder „qwert“. Darüber freut sich jeder Hacker.

Mehrere Passwörter wählen. Auch das sicherste Passwort kann eventuell entschlüsselt werden. Und wenn dieses dann auch noch an den verschiedensten Orten benutzt wird, stehen Hackern mit einem Schlag alle Türen offen. Deshalb bei unterschiedlichen Zugangsschranken unterschiedliche Passwörter wählen.

Passwörter häufiger wechseln. Okay, langsam wird es etwas unübersichtlich, aber wer besonders sicher gehen will, sollte seine Passwörter regelmäßig wechseln, und zwar grundsätzlich. Eine jährliche Änderung etwa von einer Ziffer analog zur Jahreszahl genügt da nicht.

Eigene E-Mail-Adresse zum Einloggen. Es ist üblich, die E-Mail-Adresse als Nutzernamen anzugeben. Meistens besteht eine solche Adresse aus einer Kombination von Vor- und Nachnamen des Nutzers. Im Alltagsgebrauch ist das vor allem für Empfänger hilfreich, aber eben auch für Hacker leicht zu durchschauen. Wir hier sicher gehen will, schafft sich speziell für diesen Fall eine Adresse an, die für den sonstigen Schriftverkehr nicht genutzt wird und nicht auf den echten Namen zurückgreift. Eine schöne Gelegenheit, sich ein verwegenes Pseudonym zu geben.

Schräge Antworten bei Sicherheitsfragen. Häufig werden bei Einlogverfahren Sicherheitsfragen gestellt, deren Antworten theoretisch höchst individuell und damit schwer nachvollziehbar sein sollten. Was aber, wenn dein Lieblingsfilm „Star Wars“ und dein Lieblingsessen „Pizza“ sind? Da kommt jeder Hacker schnell dahinter. Besser sind daher Antworten, die real keinen Sinn ergeben, etwa „Verkehrskontrolle“ bei der bevorzugten Speise.

Unverzichtbar: Updates und Sicherungskopien

Updates durchführen. WannaCry hatte es vor allem deshalb so leicht, weil seine Opfer erstens ein altes Betriebssystem verwendeten (Windows 7) und dieses zweitens nicht aktualisiert hatten. Auch wenn es lästig ist und den Arbeitsablauf unterbricht: Updates möglichst unverzüglich durchführen, oft sind sie dazu da, erkannte Sicherheitslücken zu schließen.

Sicherungskopien machen. Viele Hacks sind gar nicht so sehr auf Datenklau aus, sondern auf bloße Zerstörung. Daher empfiehlt es sich dringend, von allen wichtigen Daten Backups zu erstellen. Viele nutzen dafür Cloudlösungen und vertrauen sich dabei externen Servern an. Noch besser sind Offline-Kopien auf USB-Sticks oder Festplatten. Denn nur was wirklich offline ist, ist völlig sicher vor Hackerzugriffen.

Antivirus-Programm installieren. Ein Programm zum Schutz vor Viren sollte jeder haben – und natürlich regelmäßig aktualisieren. Mit Avira gibt es sogar einen Anbieter, der eine Basisversion deiner Software kostenlos zur Verfügung steht und damit bei Tests gute Ergebnisse erzielt.

E-Mails als Mittel für Hackerangriffe

Vorsicht bei E-Mails von unbekannten Absendern. Täglich bricht eine wahre Flut von E-Mails über fast jeden uns herein. Vieles davon lässt sich sofort als Spam klassifizieren und entsprechend entsorgen. Manches könnte aber eventuell interessant sein, und wir sprechen jetzt nicht von der Millionenerbschaft aus Nigeria. Wenn aber der Absender nicht eindeutig seriös oder bekannt ist und im Text ein Link vorkommt, der erst zu den eigentlichen Informationen führt: Finger weg! Die Wahrscheinlichkeit, sich so eine Schadsoftware einzufangen, ist riesengroß.

Vorsicht bei Arbeit an unbekannten Rechnern. Die meiste Zeit arbeitet man naturgemäß an seinem eigenen Rechner und ist da auch einigermaßen überzeugt, dass alles sicher ist. Aber wie sieht das bei einem fremden Rechner aus, den man gelegentlich nutzen muss, etwa in einem Hotel oder Café? Da sollte man mit sensiblen Daten besonders sparsam hantieren.

Webcam verdecken. Big Hacker is watching you? Das geht nur, wenn die in jedem Laptop installierte Webcam jederzeit offen ist. Wer sich vor dieser Art des Ausspionierens fürchtet, sollte die Minilinse überkleben. Aber natürlich nur so, dass sie problemlos wieder freigelegt werden kann.

Niemals zahlen. Und wenn einen Hacker doch überlistet haben und jetzt mit schlimmen Konsequenzen drohen, wie soll man reagieren? Manche Betrüger tarnen sich sogar als Behörden und verlangen ein Bußgeld, weil man angeblich gegen irgendwelche Gesetze verstoßen hat. Wie auch immer, im Zweifelsfall zur Polizei gehen, aber unter keinen Umständen zahlen. Wer das einmal tut, hat den nächsten Angriff quasi gleich mitbestellt.

Wer hat noch weitere Tipps, die sich problemlos anwenden lassen? Wir freuen uns über jeden hilfreichen Kommentar, zum Beispiel auf Facebook!

Bild ganz oben: andose24 / 123RF

 

Lost Password