Warum das nächste 100 Milliarden Deep Tech Startup aus Deutschland kommen könnte

Warum das nächste 100 Milliarden Deep Tech Startup aus Deutschland kommen könnte

Alex Spain arbeitet als Analyst beim VC atomico in London und hat letzte Woche einen viel beachteten Beitrag auf Medium veröffentlicht. Er führt darin einige Argumente auf, warum das nächste Mega-Einhorn aus Deutschland kommen könnte. Wir haben die wichtigsten Fakten für Euch zusammengefasst:

Marktplätze und E-Commerce sind bisherige Stärken

Abgesehen von Soundcloud und XING (knackte 2015 die Milliardenbewertung). sind die meisten Milliarden-Startups aus Deutschland durch Rocket Internet mit Handel und Logistik befasst

  • DeliveryHero
  • HelloFresh
  • Zalando

Diese verzerrte Sicht führt laut Alex zu einer starken Konzentration auf Berlin und einer falschen Fokussierung auf Business Model Innovation statt technologischer Innovation. Nichtsdestotrotz ist Entrepreneurship durch das Startup-Ökosystem in Deutschland bereits eine echte Alternative für Absolventen neben Consulting- und Banker-Karriere geworden. Und so bescheinigt Alex Deutschland einen ordentlichen Pool von fähigen und vor allem datengetriebenen Arbeitskräften.

Deep Tech in Deutschland

Atomico geht von einer blühenden und breit aufstellenden Deep Tech Szene in Europa und insbesondere in Deutschland aus. Zudem haben wir mit SAP bereits ein 100 Milliarden Unternehmen am Start. Einige weitere Anhaltspunkte:

Quelle: Atomico; Times Higher Education World University Rankings for Computer Science

Den dezentralen Aufbau des Startup Ökosystem in Deutschland macht Atomico als Vorteil im Vergleich zu bsw. London und Paris aus: Mehreren Städte in Deutschland bescheinigt der VC im State of European Tech Report das Potenzial, zu globalen Top-Zentren ihres Technolgie-Schwerpunkts zu werden.

Lebensqualität und Spaß

Laut atomico führt München die Liste der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit auf dem Portal Teleport an. Hamburg, Berlin und Düsseldorf sind ebenfalls in der weltweiten Top 20 vertreten.

Hinzu kommt eine lange Liste an international führenden Konferenzen und Events wie Bits and Pretzels, Pirate Summit, re:publica, DLD, Noah, TOA, dmexco und Online Marketing Rockstars.
Nicht zu vergessen traditionelle Events von Weltruhm, wie die Cebit und das Oktoberfest.

Mögliche Nachteile:

In den Kommentaren zum optimistischen Artikel wurden auch einige Hürden angeführt, die einem Mega-Einhorn in Deutschland entgegenstehen könnten:

  • Steuern werden in Deutschland quartalsweise vorab gezahlt. Das kann für internationale Startups abschreckend wirken.
  • Ebenso wie eine mögliche Doppelsteuer-Belastung von ca. 30% in Deutschland und 40% in den USA
  • Die deutsche Ingenieurskultur, eher inkrementelle statt disruptiver Innovationen zu schaffen.
  • Deutschlands Hang zu Hidden Champions im Mittelstand
  • Deutsche Startups konzentrieren sich oft auf den innerdeutschen Markt und überlassen den englischsprachigen Markt US- und internationalen Startups

Investments

Deutschland hat bereits eines der stärksten Early-Stage Ökosysteme in Europa mit Investoren wie Project A, Point Nine, Cherry Ventures oder Atlantic Labs und 19 weiteren, die 2016 insgesamt 2,4 Milliarden Euro in Deutschland investiert haben.

Was Venture Capital angeht, gibt es übrigens noch deutlich Luft nach oben, wenn wir uns die Summen anschauen (die KPMG etwas konservativer auf 1,9 Milliarden in 2016 beziffert): In den USA wurden 2016 69 Milliarden und weltweit 127 Milliarden US-Dollar an VC investiert. Objektiv gesehen spricht das zunächst eher gegen den Standort Deutschland. Zeigt aber auch, wieviel VC-Potenzial tatsächlich noch möglich ist.

Was denkt Ihr: Hat das Startup Ecosystem Deutschland das Zeug, ein weiteres 100 Milliarden Unternehmen hervor zu bringen? Diskutiert mit uns auf Facebook oder kommentiert hier

Hier geht es zu Alex Spains Original-Artikel auf Medium.

Artikelbild: Screenshot atomico Website 

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