Die Founders Faust und andere Startup-Rituale

Die Founders Faust und andere Startup-Rituale

Startups haben ihre eigene Sprache, mit Fachbegriffen, die mal aus der IT, mal aus den Wirtschaftswissenschaften und ganz oft aus dem Englischen kommen. Sie haben zudem ihre eigenen Rituale, Angewohnheiten und Marotten – oder zumindest wird das immer wieder gern behauptet. Manches davon ist nur Klischee, anderes lässt sich sogar statistisch belegen.

Founders Faust

Wer den Begriff „Founder Faust“ googelt, stößt sofort auf einen Beitrag von founders OWL, und zwar diesen. Darin werden das Startup Blinklist und sein Gründer Niklas Jansen vorgestellt, ein Kernthema ist dabei die Unternehmenskultur. Auf einem Foto streckt Niklas den Arm nach vorn und ballt dabei die Faust (siehe oben). Diese „Founders Faust“ ist kein Zeichen von Aggressivität, sondern steht für Dynamik und Vorwärtsdrang. Sie taugt zur Selbstmotivation ebenso wie als Begrüßungsgeste. Wir meinen, daraus könnte ein schönes Ritual für die Startup-Szene werden, aber überall durchgesetzt hat sie sich noch nicht. Ganz im Gegensatz zum

Mit Kickertisch: So sieht ein ordentliches Startup-Büro aus.

Kickertisch

Auf der Liste der Klischees steht er ganz oben. Angeblich kommt kein echtes Startup-Büro ohne ihn aus. Ganz so ist es dann doch nicht, aber tatsächlich gibt es eine offizielle Zahl zu dem Thema. Demnach steht bei 24,1 % der Startups ein Kicker herum – und wird auch regelmäßig benutzt, wenn der Tag mal wieder zu lang war und die Arbeit zu stressig. Ermittelt wurde dieses Ergebnis im Rahmen des Deutschen Startup Monitors 2016, der sich ausgiebig mit der deutschen Gründerszene beschäftigt. Als Alternative erfreuen sich inzwischen Tischtennisplatten steigender Beliebtheit.

Mate

In einigen südamerikanischen Regionen ist der Tee aus den Blättern des Mate-Strauchs das am weitesten verbreitete Getränk. Hierzulande ist die Limonadenvariante populärer, in Startups wird sie angeblich in großen Mengen konsumiert. Das stimmt nur bedingt, aber beim bereits erwähnten Deutschen Startup Monitor gaben immerhin 16,6 % der Befragten an, Mate sei ihr Lieblingsgetränk. In der Gesamtbevölkerung kommt die Hipsterbrause garantiert auf einen deutlich niedrigeren Wert. Für Mate als Muntermacher spricht der hohe Koffeingehalt, aber den hat Kaffee auch, und der ist – zusammen mit Wasser – immer noch mit Abstand die Nummer eins unter den Getränken bei Startups. Wie überall sonst in der Arbeitswelt auch.

Hoodies

Was trägt der Startup-Mensch, wenn er am Kickertisch steht und seine Matelimo schlürft? Genau, einen Kapuzenpullover, auch Hoodie genannt. Idealerweise ist da vorne auch das Logo des Startups drauf. Ob das sogar Pflicht ist, hat der Deutsche Startup Monitor nicht ermittelt, aber in 94,6 % der Nachwuchsunternehmen sind Hoodies und Sweatshirts zumindest ausdrücklich erlaubt. Und die Logovariante fördert nicht nur die Identifikation mit dem Startup, sie ist auch eine effektive Form der Eigenwerbung, etwa bei Messen oder anderen Veranstaltungen, wo potenzielle Kunden und Investoren auftauchen könnten. Mit T-Shirts und Polohemden geht das natürlich auch.

Szenenfoto aus dem Film „The Internship“, in dem Owen Wilson und Vince Vaughn Nooglers spielen.Man erkennt es an der Kappe.

Noogler

Und mit Baseballkappen. Eine ganz besondere Variante dieser Kopfbedeckung tragen für eine Woche die neuen Mitarbeiter von Google. Diese Mützen in den Unternehmensfarben haben oben drauf einen Propeller und sind mit dem Schriftzug „Noogle“ verziert. Dementsprechend heißen die Neulinge auch „Nooglers“. Zu sehen ist das alles in der Filmkomödie „The Internship“, aber es ist kein Witz; das Ritual gibt es tatsächlich. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin selbst haben dieses Erkennungszeichen schon in den Anfangsjahren des Suchmaschinengiganten eingeführt. Die Kappe ist bewusst albern gestaltet, um zu zeigen: „Hey, wir sind Nerds, und wir stehen dazu!“ Ehemalige Google-Mitarbeiter heißen übrigens Xooglers.

Think different

Das war einst ein Werbeslogan von Apple und ist bis heute das Credo des Computerherstellers. Viele Startups können sich damit identifizieren und entwickeln ihre eigene Unternehmenskultur, ob mit oder ohne Kickertisch und Mate. Das stiftet Identität und macht Spaß, aber eines sollte man nicht vergessen: Cool sein allein genügt nicht, und überhaupt:

 

Lost Password