Academy-Veteran

Narando – „Sucht euch Menschen auf der selben Wellenlänge!“

Christian Brandhorst, Narando

Während der halbstündigen Autofahrt zum Arbeitsplatz kann man die Live-Aufnahmen der „Nuhr-Show“ hören, den Rocky Beach-Boys Justus, Peter und Bob lauschen oder die Harry Potter Saga auf CD verfolgen.  Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich den „Artificial Intelligence“-Beitrag auf dem Daimler-Blog, das Gründerszene-Interview mit den Flix Bus-Foundern oder einen Postillon-Beitrag anzuhören. Narando, das Unternehmen von Academy-Veteran Christian Brandhorst, beauftragt Freelancer mit schönen Stimmen Blog- und News-Beiträge zu vertonen und vertreibt dieses Audio-Dateien über ihre App – mit Erfolg.

1. Die Kernidee in 4 Sätzen.

Mit narando werden Texte wie z.B. Artikel & Blog-Posts von ausgewählten Sprechern vorgelesen. Unsere Software bettet die Sprachbeiträge in Web-, Mobile- und Print-Produkte ein, sodass diese direkt angehört oder für später auf die Hörliste gesetzt werden können. Auf der Hörliste gespeicherte Artikel lassen sich über die narando-Apps für Android und iOS herunterladen und mobil (auch offline) anhören.

2. Wie kamt ihr darauf, euer Produkt zu erstellen, was ist die Entstehungsgeschichte?

Die Idee zu narando kam mir im Auto, als ich während meines Bachelors regelmäßig mit dem Auto zur Praktikumsstelle fahren musste. Meine Web-Artikel bequem auf dem Weg zur oder von der Arbeit vorgelesen bekommen – anstatt sie selber lesen zu müssen – das war der Wunsch. Danach folgte die Recherche nach existierenden Lösungen, den Mechanismen von (Online-)Journalismus und möglichen Geschäftsmodellen.

3. Wie seid Ihr vorgegangen um mit euerem Produkt zu starten?

Wir haben einen ersten, einfachen Prototypen gebaut, um unsere Vision gegenüber potenziellen Partnern besser verständlich machen zu können. Mit dem ersten vielversprechenden Feedback konnten wir auch das EXIST-Gründerstipendium erlangen. So konnten wir ein Jahr lang das Produkt verbessern sowie Kunden und Partner gewinnen.

4. Wie groß ist das Business-Potenzial für euer Produkt und wie habt ihr das herausgefunden?

Wir haben dieses Potenzial seit dem Beginn Ende 2013 mehrere Male mittels Annahmen und Excel-Extrapolationen berechnet. Kurzum: Es kam jedes Mal etwas deutlich anderes dabei heraus. Das lag an korrigierten Annahmen aber auch Anpassungen im Geschäftsmodell. Mittlerweile müssen wir keinen Investor mehr überzeugen und damit auch weniger Excel-Sheets vorzeigen. Wichtiger als jedes analytisch errechnete Potenzial ist für mich das Bauchgefühl an etwas zu arbeiten, dass einen Nutzen stiftet. Unser Marktumfeld fragt unsere Lösung mittlerweile mehr und mehr nach. Genau diese Timing-Komponente konnten wir damals nur grob abschätzen.

5. Was ist das Business-Modell hinter Eurer App – wie werdet Ihr Geld verdienen?

Publisher wie z.B. Company-Blogs und Verlage buchen bei uns ein Audio-as-a-Service-Paket. Wir liefern dann sämtliche benötigten Tätigkeiten, sodass ausgewählte Artikel auf den Webseiten und Print-Objekten von Menschen vorgelesen werden. Dafür wird einerseits eine effiziente und vor allem reaktionsschnelle Audio-Produktion benötigt. Andererseits ist auch die zuverlässige Bereitstellung und Ausspielung der Audio-Dateien erforderlich. Wir haben in diesen Bereichen bereits viel Erfahrung gesammelt, sodass wir dem Publisher viel Ärger ersparen können und außerdem noch Mehrwert generieren

Für Hörer ist narando kostenlos. Das macht den Einstieg sehr einfach und so steigt die Reichweite schneller. Davon profitieren alle Publisher und Werbetreibenden auf der Platform. In Abhängigkeit der Textmenge (Anzahl und Länge der Text-Artikel) zahlen Publisher monatlich für diesen Service. Der Preis der Vertonung ist dabei von weiteren Variablen wie etwa der Sprecherauswahl und dem zeitlichen Vorlauf abhängig.

6. Wie seid Ihr auf die Mehrwert-Funktionen gekommen, die Euer Produkt von anderen hervorhebt?

Machen. Testen. Feedback einsammeln. Verbessern.

7. Für welche Technologie zur Umsetzung habt Ihr Euch entschieden und warum. Muss bei der Zielgruppe eine bestimmte Technologie oder Endgeräte eingesetzt werden?

Wir haben damals auf Ruby on Rails als Framework gesetzt, um möglichst schnell einen funktionierenden Prototypen vorzeigen zu können. Auf dieser Grundlage konnten wir dann mit Kunden und Lieferanten weiter planen und entwickeln. Bei den mobilen Apps haben wir für native Programmierung entschieden, um die Offline-Funktionalität bestmöglich gewährleisten zu können.

8. Könnt Ihr erzählen, welche Schritte als nächstes kommen?

Mehr Inhalte, mehr Sprachen, mehr Kontextintelligenz. Dazu wird gerade mächtig unter der Haube geschraubt, sodass das System hinter narando das anhaltende Wachstum aushalten kann. Wir sind außerdem gerade dabei Lösungen zu entwickeln, um die vielen Vorteile des Formats Audio für Unternehmen und deren Kommunikation zugänglich zu machen.

9. Was hat Euch die Founders Academy gebracht?

Wir konnten unser Geschäftsmodell weiter schärfen und dabei viele Kontakte zu Mentoren und Gleichgesinnten aus dem Startup-Umfeld aufbauen. Speziell die anderen Academy-Teilnehmer waren für uns sehr inspirierend, weil wir nicht nur gequatscht, sondern intensiv im Team zusammengearbeitet haben. Die theoretischen Hintergründe zu Validierung, Team, Finanzierung, Bewertung, Unit Economics, etc. waren sehr wertvoll. Wir hatten dort zwar schon recht gute Vorkenntnisse, aber konnten viele Themen auffrischen bzw. erweitern. Insgesamt würde ich die Founders Academy wirklich jedem an’s Herz legen, der vorhat ein innovatives Projekt / Startup zu starten. Insbesondere, wenn man noch ganz am Anfang steht, kann man viele Fehler vermeiden.

10. Welche Tipps würdet Ihr Gründern aus eurer bisherigen Erfahrung mitgeben?

Sucht euch Mitgründer und Mitarbeiter, mit denen ihr menschlich auf einer Wellenlänge seid. Mit diesen Menschen verbringt ihr mehr von eurer Zeit als mit irgendwem sonst – und das sollt euch Spaß machen. Versucht außerdem so schnell es geht etwas zu verkaufen. Es ist dabei erst einmal egal wie hoch die Umsätze sind und mit welchem (Teil-)Produkt diese generiert werden. Ihr validiert eueren Service, was zum einen für euch wichtig ist und zum anderen wenn ihr vorhabt Investoren für euer Unternehmen zu gewinnen.

11. Wo könntet Ihr noch Unterstützung gebrauchen, was sucht Ihr gerade (Personal, Ressourcen, Investoren), worauf wir im Artikel hinweisen können?

Wir suchen den Kontakt zu:

  • Verlagsleitern, CDOs, Chefredakteuren und Blogbetreibern, die den Audio-Trend nicht verpassen wollen
  • Unternehmen, die vor oder nach thematisch passenden Artikeln werben wollen
  • Agenturen und andere Multiplikatoren im Bereich Corporate Publishing
  • Personalentwicklern aus dem innovativen Mittelstand
  • Einem souveränen iOS-Entwickler

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