Diese 10 Talks der re:publica 2017 sind für Startups spannend

re:publica 2017 für Startups

Letzte Woche fand in Berlin mit der re:publica 2017 eine der wichtigsten Digital-Konferenzen Europas statt. Knapp 8000 Gäste, konnten aus über 500 Stunden Vorträgen mit 770 Speakern wählen.

Wir haben euch 10 Talks heraus gepickt, die für Euch als Startup-Gründer interessant sind:

The end of Accelerators as we know it.

Nach einer kurzen Einführung über die Definition und Aufgaben von Acceleratoren diskutieren in diesem Panel Vertreter von Axel Springer Plug and Play, Techstars und hardware.co über die Zukunft der Unterstützung von Startup-Teams.

Makers & Mittelstand. How can 100 year old companies and the maker movement

Ein Maker ist jemand, der die konventionellen Wege der Produktion umgeht. So beschreibt Daniel Hetze, der Geschäftsführer vom Fab Lab Berlin die pragmatische Herangehensweise der Maker-Szene. In dem Panel wird darüber diskutiert, wie diese Herangehensweise mit produzierenden Unternehmen des Mittelstands vereinbar ist.

Offen für Neues – Startups in Deutschland

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries diskutierte nach kurzer Einführungsrede mit dem Publikum. Zum Thema Grundeinkommen für Gründer verwies die Ministerin auf verschiedene Fördermöglichkeiten wie bsw. Gründungsstipendium EXIST, das allerdings derzeit nur Studenten offen steht. Aus der Diskussion nahm Frau Zypries mit, hier über eine Öffnung für nicht-akademische Gründer nachzudenken.

Eine der wichtigsten Aufgaben für Startups sah sie darin, den etablierten Unternehmen und Hidden Champions des Mittelstands neue Wege und eine Sicht auf die digitale Welt zu zeigen, in der Probleme ganz anders gelöst werden. Begründet wurde diese Erkenntnis mit der Beobachtung: Ein Ingenieur, der 20 Jahre an der Optimierung eines mechanischen Teiles gearbeitet hat, ist nur schwer davon zu überzeugen, dieses Teil zu ändern oder gar wegzulassen.

Ebenfalls mitgenommen wurde die Anregung, eine noch stärkere Vernetzung von Startup-Regionen zu erzeugen. Insbesondere die 12 de-Hubs hatten es dem Publikum angetan und hier kam die Forderung nach mehr de-Hubs auf, die nicht nur in Metropolregionen liegen. Als Vorreiterbeispiel führte jemand aus dem Publikum die Initiative von Digitale Wirtschaft NRW an, auf Länderebene eine eigene Vernetzung voran zu treiben. Frau Zypries sprach sich dafür aus, auch die de-Hubs zu erweitern.

Der eigentliche Talk ist noch nicht online. Hier ist der direkte Sprung in die Stream-Aufzeichnung des Tages:

Bedingungsloses Grundeinkommen – (K)eine Antwort auf den Digitalen Wandel

Ein weiterer politischer Talk am zweiten re:publica Tag: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sprach ebenfalls zum Thema Gründung und Startups. Schwerpunktthema war aber die Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen. An dieser Stelle der QnA-Runde geht es genau um diese Frage. Als Alternative zum BGE brachte Frau Nahles den Vorschlag eines Startguthabens für Gründer mit. Das sähe so aus: Jede erwerbstätige Person über 18 hat das Recht auf ein Guthaben von 15.000 bis 20.000 Euro. Dieses Guthaben kann für eine Gründung oder ein Sabbatical verwendet werden (Warum Gründung und Auszeit hier in einen Topf geworfen wurden, ist mir nicht ganz klar geworden.) Ziel wäre es, für das erste Jahr eine bedingungslose Anschubfinanzierung und Deckung der Lebenshaltungskosten zu gewährleisten.

Im Kabinett hatte Frau Nahles den Vorschlag noch nicht diskutiert, denn: „Wenn ich mit dem Finanzminister über meine guten Ideen spreche, sind sie tot.“

The future is female – Tech founders redefining the rules

Nur 9% der Tech-Startups werden derzeit von Frauen gegründet. Mit dem Female Founders Meetup OWL und unseren regelmäßigen Berichten hier über Fempreunerinnen wie Verena Pausder oder Hanna Drabon versuchen wir Gründerinnen bereits zu ermutigen. Schaut dazu auch in den folgenden Talk:

“The other 6 billion” – impact entrepreneurship in developing countries

Wie funktionieren Ökosysteme für Startups in Entwicklungsländern? Der Talk bezieht sich hauptsächlich auf Asien, berührt aber auch Afrika und Latein-Amerika.

Automating Creativity – How Artificial Intelligence changes Creative Processes

Die Media Convention Berlin findet seit einigen Jahren im Rahmenprogramm er re:publica statt und hält zum Beispiel Panels wie das folgende bereit, in dem darüber gesprochen wird, wie kreative Prozesse durch künstliche Intelligenz automatisiert werden können. Hier steckt das eine oder andere Geschäftsmodell drin:

Gründung eines Medien-Startups

Auch wenn Journalisten, die ein Medien-Startup gründen in einer Nische arbeiten, können wir aus den Erfahrungen der Panel-Teilnehmer einige wertvolle Erfahrungen mitnehmen. Insbesondere da Lauren Burst von Projekt R dabei ist. Dem Schweizer Medien-Startup, das innerhalb weniger Tage mit 3 Millionen Schweizer Franken den Weltrekord im journalistischen Crowdfunding gebrochen hat.

Blockchange – How Science revolutionises Democracy, Work and Nature

Die Blockchain-Technologie ist nicht nur für FinTechs interessant. Und Thomas Wagenknecht erklärt warum und wie sich Blockchain zum Beispiel für den wissenschaftlichen Einsatz oder sogar zum Forst-Management eignet:

The Future of Wok: How can Germany be a leader in the Digital Economy?

Dieses Panel diskutierte darüber, wie Deutschland eine führende Rolle in der Digitalen Wirtschaft spielen kann, ohne ein Silicon Valley zu kopieren. Stattdessen wurde nach den Stärken gesucht. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries stellte am Vortag bereits die These auf: „Die Amerikaner haben das Internet. Wir haben die Dinge.“ In eine ganz ähnliche Richtung argumentiert auch Steven Hill im Panel, der sagt: Deutschland müsse die Skalierung von Startups mit der Umsetzungsstärke und Innovation des Mittelstands kombinieren.

Wir hoffen, da waren ein paar interessante Themen der re:publica 2017 für euch dabei.

Weitere Talks werden noch in den YouTube-Kanal der re:publica hoch geladen. Oder ihr schaut einfach mal durch den Session-Plan aller angebotenen Vorträge.

 

Artikelbild: von Flickr re:publica – gecroppt und mit Titel versehen. Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)

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